Durch die größere Bewegungsfreiheit und Neugier kommt ihr Kind ständig mit Sand, Erde, Staub und dergleichen in Berührung. Ärzte und Psychotherapeuten vertreten im Hinblick auf Hygiene etwas unterschiedliche Standpunkte: die einen betonen mehr, dass im Schmutz auch Krankheitserreger und schädliche Stoffe enthalten sind, während die anderen auf die mit pedantischer Hygiene verbundenen Zwänge verweisen. Vielleicht versuchen sie, einen goldenen Mittelweg zwischen diesen Standpunkten einzuschlagen. Im Sommer kann ihr Kind den ganzen Tag im Freien spielen.
Bei Sommerhitze muss es allerdings in der Zeit zwischen zehn und 17 Uhr wegen der schädlichen ultravioletten Strahlung unbedingt einen Sonnenschutz (Hütchen, Schirmmütze) tragen oder ständig im Halbschatten verbringen. Die nackten Körperstellen ihres Kindes sollten sie immer mit einer Sonnen- oder Witterungsschutzcreme (Lichtschutzfaktor mindestens zehn) einreiben, wenn sie mit ihm ins Freie gehen. Denn da wissen sie ganz genau ihr Kind ist mit Sonnenschutzlichtfaktor zehn eingerieben und es kann zehnmal länger als ohne diesen Schutz in der Sonne bleiben. Vergessen sie bei längerem Aufenthalt in der Sonne nicht die Kopfbedeckung für ihr Kind. Große Freude haben Kinder, wenn sie ein Planschbecken im Garten oder auf der Terrasse aufstellen können. Für ein kleines aufblasbares Becken oder eine Plastikwanne finden sie schon auf einem Balkon Platz. Bedenken sie aber, dass sie niemals ihr Kind unbeobachtet im Wasser spielen lassen! Selbst wenn das Becken oder die Wanne nur mit wenig Wasser gefüllt ist, kann ihr Kind darin ertrinken. Nämlich dann, wenn es mit dem Gesicht nach unten fällt, darüber heftig erschrickt und sich nicht sofort aus der lebensbedrohenden Lage befreit. Nach dem Planschen, das nicht länger als 20 Minuten dauern sollte, frottieren sie ihr Kind gut ab. Wenn ihr Kind auf dem Balkon spielt, müssen sie dafür sorgen, dass es nicht über das Geländer steigen oder zwischen den Gitterstäben hindurch klettern kann. Entfernen sie die Gegenstände vom Balkon, auf die es möglicherweise steigt, um so besser nach unten sehen zu können. Beliebt sind hier Hocker ebenso wie Blumenkübel! In jedem Fall ist es das Beste, den Balkon zusätzlich mit einer geeigneten Schutzvorrichtung zu sichern. Auch dann sollten sie ihr Kind aber nicht unbeobachtet lassen. Wenn sie sich selbst z.B. lesend dazusetzen, kann sicher nichts passieren und ihr Kind freut sich über ihre Anwesenheit. Besuchen sie nicht nur Parks und Spielplätze, fahren sie auch oft ins Grüne.
Dort ist die Luft besser und ihr Kind erlebt die Atmosphäre der freien Natur. Lassen sie ihr Kind auch im Winter wenigstens eine Stunde täglich im Freien spielen. Das ist die beste Abhärtung gegen Erkältungen und Grippe. Natürlich muss es dann sehr warm angezogen sein. Im zweiten Lebensjahr kann es auch schon extreme Wetterverhältnisse kennen lernen. Gehen sie ruhig mit ihrem Kind an die Luft, wenn es einmal stark regnet, neblig ist oder Frost bis zu zehn Grad minus herrscht. Natürlich muss es bei starker Kälte die Möglichkeit haben, sich viel zu bewegen, damit es nicht friert. Windjacken oder Strickjacken sollten gerade bei unbeständigem Wetter immer mitgenommen werden, damit keine Erkältung droht.
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