Kinder mit Geschwistern

Oktober 30th, 2009 Leave a comment Go to comments

1257934273_yahoo Selbst wenn ihr Kind Geschwister hat, können diese gleichaltrige Spielfreunde nicht jederzeit ersetzen. Überlegen sie : Das 48 Monate alte erstgeborene ist für ihr 24 Monate altes Kind doppelt so alt, nicht einfach nur zwei Jahre älter. Wenn sie sich vorstellen, sie hätten als 30 – Jährige nur eine Freundin von 60 Jahren – da würden ihnen Kontakte mit mehr Gleichaltrigen fehlen. Ein jüngerer Bruder oder eine jüngere Schwester ist für das Kind im zweiten Lebensjahr zum Spielen noch zu klein.

Und mit dem älteren Kind spielt es zwar gerne und übernimmt spezielle fortgeschrittene Verhaltensweisen, es gewinnt so in der einen oder anderen Hinsicht sogar einen Entwicklungsvorsprung. Die Verhaltensweisen des älteren Kindes überfordern das jüngere jedoch oft. Es kann sie noch nicht in das eigene Verhalten einbauen, weil sie seinen Möglichkeiten nicht entsprechen. Für das ältere Kind in der Familie kann sich der ausschließliche Umgang mit dem kleineren Kind entwicklungshemmend auswirken, wenn es dadurch zu wenig altersgemäße Entfaltungsmöglichkeiten hat.

Eine weitere Gefahr liegt in der einseitigen Rollenfestlegung. Unter Geschwistern soll das ältere Kind oft Rücksicht nehmen, vernünftig und überlegen sein; das jüngere erlebt häufig kleine Niederlagen, weil es die Leistungen des älteren nicht erreichen kann. Selbstverständlich sollen Geschwister viel miteinander spielen – aber jedes von ihnen braucht auch Kontakte mit altersgleichen Kindern. Außerdem erlebt so jedes Kind, dass es nicht nur eine bestimmte Rolle in der Familie hat, sondern dass es eine eigenständige Persönlichkeit ist. Das Spielen mit Freunden und Freundinnen ist zugleich ein gutes Mittel, Konflikten und Spannungen vorzubeugen, die durch das häufige Zusammensein von Geschwistern unweigerlich entstehen.

Es ist erstaunlich, wie gut sich Geschwister vertragen, wenn sie nicht miteinander spielen müssen. Das gemeinsame Spielen von Geschwistern mit geringerem Altersabstand kann allerdings, wenn andere störende Einflüsse nicht auftreten (z.B. Rivalität um die Zuneigung der Mutter oder des Vaters), mit jedem weiteren Lebensjahr auch besser werden. Also für beide entwicklungsanregend sein.

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