Archive
Bei einer Schwangerschaft sollte man sich etwa ab dem fünften Monat um eine Hebamme bemühen. Es gibt keine Pflicht, sich eine Hebamme zu suchen, aber sie kann einem bei vielen Fragen und Problemen während der Schwangerschaft und nach der Geburt zur Seite stehen. Es empfiehlt sich, rechtzeitig eine Hebamme zu suchen, denn viele sich schnell ausgebucht und man braucht einige Zeit, um ein gutes Vertrauensverhältnisa aufzubauen.
Die Krankenkassen bezahlen den Service der Hebammen. Während eine Hebamme jederzeit mit einem Anruf erreichbar ist, kommt der Arzt nur bei Untersuchungen und Komplikationen ins Spiel. Die Hebamme ist der Ansprechpartner Nummer Eins und ist gerade Frauen, die zum ersten Mal Mutter werden, eine sehr große Hilfe. Für die üblichen Schangerschaftsproblemen wie Schlaflosigkeit oder Rückenschmerzen hat sie stets ein offenes Ohr und steht beratend bei.
Eine sehr entscheidende Veränderung im Leben eines Kleinkindes ist sein Übergang zur aufrechten Haltung. Natürlich geschieht das nicht von heute auf morgen. Ihr Kind muss viele Anstrengungen bewältigen, bis es relativ mühelos stehen und gehen kann. Die Geschwindigkeit, mit der die einzelnen Stadien durchlaufen werden, ist von Kind zu Kind verschieden. Das eine verharrt auf einer Stufe vielleicht nur so kurz, dass man den Eindruck hat, es überspringe sie. Dafür verweilt es möglicherweise umso länger auf einer anderen.
Wenngleich die Dauer der einzelnen Entwicklungsschritte individuell sehr unterschiedlich ist, ist die Abfolge bei vielen Kindern gleich, da sie überwiegend durch Wachstums- und Reifungsfaktoren bestimmt wird. Wenn einzelne Phasen übersprungen werden, so kann es auch daran liegen, dass die für dieses Alter erforderlichen Entwicklungsreize fehlen. Umwelteinflüsse, auch die intensive Beschäftigung mit dem Kind, können beschleunigend auf die motorische Entwicklung wirken. Sie sind natürlich nur dann erfolgreich, wenn der Körper wie Knochen, Muskeln und Nervensystem die nötigen Vorraussetzungen entwickelt hat. Wenn dies nicht der Fall ist, kann eine vorzeitige Übung nur eine vorübergehende Leistungsverbesserung bewirken oder sogar schädlich sein. Andererseits genügt es auch im motorischen Bereich nicht, das Kleinkind einfach sich selbst zu überlassen.
Seine spontane Aktivität bedarf der regulierenden Anleitung durch den Erwachsenen, damit seine Fertigkeiten den bestmöglichen Stand erreichen. Eine sehr wichtige Rolle spielt dabei die Motivation: ein Kind, das nicht durch Anerkennung und Zuspruch ermutigt wird, verwendet weniger Energie und Ausdauer auf den Erwerb von Fertigkeiten. Auch kann der Erwachsene dem Kind aus Selbstüberforderung resultierende Enttäuschungen ersparen
Die Störungen entstehen natürlich nicht, wenn ihnen zwischendurch einmal ein kleiner Fehler in der Erziehung unterläuft. Bleibende Schäden werden weniger durch einmalige traumatische Eindrücke verursacht als durch viele kleine Beeinträchtigungen, die in die gleiche Richtung wirken, nach dem Motto: “Steter Tropfen höhlt den Stein”. Die Folgen werden oft erst nach Jahren sichtbar. Im zweiten und dritten Lebensjahr muss sich ein Kind mit großen neuen Aufgaben auseinandersetzen: mit dem Laufen, der Sauberkeitserziehung und der Sprache. In diesen Bereichen ist es jetzt besonders anfällig für schädigende und hindernde Einflüsse, da es sich gewissermaßen noch “in Ausbildung” befindet.
So begünstigt eine verfrühte und strenge Sauberkeitserziehung die Entstehung eines zwanghaften Charakters. Das heißt: Solche Kinder werden später typischerweise übertrieben pedantisch und sauber. Sie neigen auch als Erwachsene dazu, sich und ihre Umgebung übermäßig zu kontrollieren und verlieren jegliche Spontaneität. Sie sind von Zweifeln und Schuldgefühlen geplagt. Später kann das zu schweren Arbeits- und Kontaktsstörungen führen. Autoritätskonflikte und versteckte Aggressionen erschweren ein ungezwungenes soziales Verhalten. Angesichts der wesentlichen Erleichterung durch Waschmaschine, Einmalwindeln usw. gibt es heute keinen zwingenden Grund mehr, das Kind unter Druck zu setzen. Auswirkungen auf das ganze weitere Leben hat auch eine zu starke Einengung im motorischen Bereich. Es gibt Mütter und Väter, die ihre Kinder am liebsten immer im Babystadium halten würden: anschmiegsam und hilflos. Wenn das Kind die ersten selbstständigen Schritte macht, reagieren sie mit Angst, weil es sich dann aus ihrer Nähe entfernt. Den Bewegungs- und Forschungsdrang erleben solche Mütter als persönliche Gefahr, ihr Kind zu verlieren, bezeichnen ihre Besorgnis jedoch als Sorge für das Kind.
Dadurch kann die Entwicklung des Kindes stark beeinträchtigt werden: Es wird unselbstständig, ängstlich, eventuell sogar depressiv. Im zweiten Lebensjahr können erste Anzeichen für spätere Sprachstörungen vorliegen (Störungen, die durch Probleme der akustischen Wahrnehmung bedingt sind; Sprachstörungen aufgrund einer neurologischen Störung; Formen des Stotterns usw.) . Wenn ein Kind mit 24 Monaten weniger als 50 Wörter spricht, ist das immer ein Warnsignal: Ein Kinderarzt und ein Kinderpsychologe sollten umgehend aufgesucht werden. Damit die Sprachentwicklung frei von psychogenen Störungen verläuft, muss sie möglichst unbeeinflusst von Konflikten bleiben und in einer Atmosphäre stattfinden, in der Sprechen Spaß macht. Ein Kind kann leicht die Lust am Sprechen verlieren, wenn seine Äußerungen und Bitten kein Gehör finden. Es spricht dann nur noch mit bestimmten Personen, oder es verstummt sogar von einem Tag auf den anderen völlig. Seine Reaktion drückt dann aus: Es ist nicht der Mühe wert, etwas mitzuteilen! Bei Kindern, die als Vier- oder Fünfjährige stottern, bleibt zwar das Bedürfnis, sich mitzuteilen, erhalten. Aber das Sprechen ist manchmal voller Widersprüche: Kommt man selbst genügend zu Wort, hört der andere geduldig zu? Darf man auch Aggressionen und Wut in Worten ausdrücken, oder muss man immer schön lieb sein und alles ohne Widerworte schlucken? Was darf gesagt werden? Was muss man verschweigen? Was darf man fragen und was nicht? Besonders Eltern, die im eigenen Redeschwall die anfangs noch zögerlichen Sprachäußerungen ihres Kindes überfahren, können es zum Stotterer machen.
Die schönste Zeit mit Kindern erlebt man in den ersten Monaten und Jahren ihres Lebens. In dieser Zeit sollte man sich besonders gut und intensiv um sie kümmern und mit ihnen beschäftigen, da sie wie im Fluge vergeht. Außerdem brauchen Säuglinge besonders viel Zuneigung und Geborgenheit, um die Entwicklung ihrer Fähigkeiten zu fördern und sie in die Umwelt zu integrieren. Da diese Zeit für die Bindung zwischen Erwachsenen und Kindern sehr wichtig ist, versuchen wir im folgenden einige nützliche Tipps zu geben.
Der normale Tagesablauf
Das ein- bis zweijährige Kind wacht gewöhnlich morgens zwischen sechs und acht Uhr von selbst auf. In der ersten halben Stunde danach beschäftigt es sich oft ganz gut mit sich selbst. Doch dann wünscht es Abwechslung, etwas zu essen und zu trinken, eine trockene Windel und vor allem möchte es, dass sich jemand mit ihm beschäftigt. Wenn sie in dieser Zeit noch nicht länger auf ihr Kind eingehen können, überbrücken sie die Wartezeit durch einen Keks oder ein Brotstück zum Knabbern und lassen sie es ein kleines Glas Saft trinken. Geben sie ihm zusätzlich noch ein Spielzeug in die Hand oder sonst eine Abwechslung, so haben sie Zeit für sich und können in Ruhe das Frühstück vorbereiten. Dann legen sie ihr Kind trocken, damit ihm das Frühstück gut schmeckt. Nach dem Frühstück spielt ihr Kind allein oder mit ihnen, oder sie machen einen ersten Spaziergang. Anschließend bieten sie ihm Zwischenimbiss an. Zwischen zehn und elf Uhr wir ihr Kind sich in der ersten Hälfte des zweiten Lebensjahres gern zu einem kleinen Vormittagsschlaf hinlegen. Lassen sie es von selbst aufwachen – für sie selbst ist diese Zeit vielleicht eine willkommene Ruhepause. So steuert es sein Schlafbedürfnis selbst und ist am Nachmittag ausgeruht und unternehmungslustig. Nach dem Vormittagsschlaf geben sie ihrem Kind etwas zu essen und beschäftigen sich mit ihm. Bei regenfreiem Wetter gehen sie vielleicht auf einen Spielplatz oder spielen mit ihm auf der Terrasse oder dem Balkon. In dieser Spielphase können sie sich möglicherweise durch eine andere Person entlasten lassen – ihr Kind sollte nicht nur intensiver Kontakt sowohl zur Mutter als auch zu seinem Vater haben, sondern auch zu älteren Geschwistern oder anderen Bezugspersonen. Zwischen 17.30 und 18.45 Uhr gibt es Abendessen. Nach dem Essen spielt ihr Kind gern noch einmal mit einem Erwachsenen. Nun sollte jedoch nicht mehr wildes Toben stattfinden, sonst ist ihr Kind aufgedreht und kann nicht einschlafen. Nichts ist schöner für ihr Kind, als wenn sie für es zum Tagesausklang ein Bettgehritual entwickeln. Bleiben sie nicht unbedingt am Bett sitzen, bis es eingeschlafen ist – zu leicht versucht es sonst, sie als anregender Entertainer festzuhalten. In der Regel schläft ihr Kind nachts, vor allem wenn es genug erlebt hat, sieben bis neun Stunden ohne Unterbrechung. So kann sich das Durchschlafen entwickeln: Wenn ihr Kind zunächst von 23 Uhr bis vielleicht morgens vier Uhr schläft, bringen sie es schon 22.45 Uhr ins Bett. Wenn es bei dieser Einschlafzeit bis halb fünf durchschläft, verlegen sie das Zubettbringen weiter nach vorne und schaukeln so die Schlafzeit hoch von ca. 22 Uhr bis sechs Uhr oder später sogar von 21 Uhr bis sieben Uhr morgens.